Selbstliebe oder — warum es okay ist, sich zu erlauben glücklich zu sein

Wie oft haben wir schon gedacht: „Wenn das passiert, dann werde ich glücklich sein“ oder „Wenn ich das bestelle, dann werde ich mich so zu lieben wie ich bin.“ Wie oft verschieben wir den Moment, an dem wir uns annehmen, wie wir sind nach hinten, auf morgen, auf einen anderen Zeitpunkt. „Wenn alle äußeren Umstände gegeben sind, dann werde ich bereit sein. Für die Liebe. Für das Glück. Dazu, mich zu trauen, meinen Träumen zu folgen.“ Und wie lange hat es gedauert, mir einzugestehen, dass ich all das nur getan habe, um nicht, jetzt, in diesem Moment, Verantwortung übernehmen zu müssen. Verantwortung für mein Leben, meine Gedanken und mein Glück.

Ich muss zugeben, dieser Prozess war schmerzhaft. Schmerzhaft, weil er zeigte, dass ich in diesem Moment nicht glücklich war.

Denn die Wahrheit ist: Wir werden uns nie bereit fühlen, der richtige Zeitpunkt wird nicht morgen sein. Ich werde mich nicht auf einmal trauen mich für meine Wünsche einzusetzen, wenn ich mein Aussehen optimiert habe. An dem Tag, an dem die Waage mein Wunschgewicht zeigt, werde ich nicht anfangen so selbstbewusst aufzutreten, wie ich es schon jetzt gerne tun würde. Ich werde, auch dann, nicht beginnen mich selbst zu lieben, wenn ich die Liebe meines Lebens gefunden habe.

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Und gerade diese Erkenntnis kann so unfassbar befreiend sein. Die Erkenntnis, dass alles mit einem selbst beginnt. Mit der Liebe zu sich selbst. Auch wenn das bedeutet, sich erst einmal einzugestehen: „So wie es jetzt ist, liebe ich es nicht“ und, dass das auch okay ist. Man lernt, dass ein jeder selbst die Entscheidung treffen kann, glücklich zu sein. Jetzt und hier. Ohne, dass alles perfekt ist. Es gibt uns die volle Verantwortung über unser Leben, unsere Gedanken. Es beginnt alles in uns und wenn wir uns innerlich verändern, wird sich auch immer das im Außen verändern. Wie sollen wir die Welt in all ihren Farben sehen, wenn unsere eigene Welt dunkel und verregnet ist? Es beginnt in uns, unsere innere Haltung, uns gegenüber, entscheidet maßgeblich, wie sehr wir auch alles andere in unser Leben lassen. Das Glück, die Liebe, Menschen, die uns nur Gutes wollen. Wir sehen die Welt nie so wie sie wirklich ist, sondern so wie wir sind. Wie wir denken und fühlen. Wir sind es alle so wert geliebt zu werden. Von uns selbst und von Anderen. Auch wenn uns manchmal schwerfällt, uns das einzugestehen, weil wir schon so lange an etwas anderes glauben.

Als mir das klar geworden ist, war ich zunächst ein wenig überwältigt. Mein ganzes Leben habe ich all meine Wünsche auf später verschoben. Auf ein später, bei dem andere dafür verantwortlich waren, dass ich mich besser fühlen würde. Wie sollte ich jetzt schaffen zu lernen, dass das alles in mir liegt? Bin ich überhaupt gut genug für das Glück? Habe ich das verdient? Was mir am allermeisten geholfen hat, war der Gedanke, dass wir nur dann sehen können, wie weit der Weg ist, wenn wir wissen, wo wir hinwollen. Das Ziel, uns selbst zu lieben, zu lieben wie wir sind, ist ein Prozess, der bestimmt ein ganzes Leben andauert. Und das ist auch gut so. Wir entwickeln uns stetig weiter, lernen dazu, wachsen. Doch, wir alle haben verdient uns in jeder dieser Phasen so zu lieben, wie wir sind. Zu lernen, dass wir genug sind. Mehr als genug.

Denn: die Version, die wir in der Zukunft sein werden, kann nur durch die Person entstehen, die wir jetzt sind. Und genau dafür dürfen wir uns alle öfter mal danke sagen und uns gegenüber Mitgefühl zeigen. Mitgefühl für alles, was wir schon überstanden haben. Dinge, von denen wir dachten, sie nie niemals aushalten zu können. Wie wir an alldem nur gewachsen sind und unser Lächeln nie verloren haben. Alles passiert aus einem Grund und hat uns zu den Menschen gemacht, die wir gerade sind.

Ich wünsche dir, dass du lernst zu erkennen, wie besonders du bist. Dass die Tatsache, dass es niemanden, wie dich gibt, deine größte Stärke ist. Ich wünsche dir, dass du dir Zeit dafür nimmst, anzuerkennen, was dich alles ausmacht. Was dich so unglaublich wertvoll und unersetzlich macht.

Ich wünsche dir, dass du dir erlaubst glücklich zu sein, was auch immer dich vielleicht gerade davon abhalten könnte. Auch wenn dieses Glück in manchen Zeiten einfach nur bedeutet, sich eine Auszeit zu nehmen und sich selber zu sagen: It will be okay.

— You will be okay.

 

 

 Lena Marie Wengenroth
( @lnxwng)